Nach insgesamt 30 Jahren im Landratsamt Pfaffenhofen hat sich Walter Reisinger in den Ruhestand verabschiedet. In diesen drei Jahrzehnten ist viel passiert – im Landkreis, im Landratsamt und auch in seinem eigenen Verantwortungsbereich. Als Kreiskämmerer und Leiter der Abteilung 1 – Zentrale Angelegenheiten – hat er die Entwicklung des Landkreises und des Landratsamts maßgeblich mitgeprägt.
Seine Laufbahn im Landratsamt Pfaffenhofen begann im Januar 1992 als Leiter der Kreisfinanzverwaltung. Ende 1998 wechselte er für vier Jahre als Kämmerer zur Stadt Pfaffenhofen, bevor er Anfang 2003 wieder zum Landratsamt zurückkehrte und erneut die Leitung der Kreisfinanzverwaltung übernahm. Seit 2013 war er, als Nachfolger von Heinz Grusdat, Kreiskämmerer und zugleich Leiter der Abteilung 1 – insgesamt 14 Jahre lang.
Damit war er nicht nur für die Kreisfinanzen verantwortlich. Zur Abteilung 1 gehören daneben auch der Hoch- und Tiefbau, das Personal, die Volkshochschule und die Kultur sowie die Bereiche EDV und Digitalisierung. Entsprechend vielfältig waren die Themen, mit denen Walter Reisinger in den vergangenen Jahren zu tun hatte.
„Die Jahre, vor allem die letzten, sind unglaublich schnell vergangen. Das lag auch an den zahlreichen außergewöhnlichen Aufgaben und Ereignissen neben dem Alltagsgeschäft“, so Walter Reisinger. Dazu gehörten unter anderem die erste große Asylkrise 2015/2016 mit der Unterbringung von Geflüchteten an der Trabrennbahn in Pfaffenhofen, die Geiselnahme im Jugendamt im November 2017, die für alle Beteiligten eine einschneidende und außergewöhnliche Situation darstellte, die Generalsanierung und der Umbau des Landratsamtes mit dem Abschluss im Jahr 2018 sowie die Herausforderungen der Coronapandemie mit dem Aufbau und Betrieb von Test- und Impfzentren ab 2020. Hinzu kamen die Folgen des Ukrainekriegs mit den damit verbundenen Flüchtlingsströmen, die Hochwasserkatastrophe 2024 sowie über die Jahre verteilt die Generalsanierung der weiterführenden Schulen im Landkreis.
Es waren sehr unterschiedliche Zeiten und Herausforderungen. „Es gab dazu immer wieder neue Sichtweisen und neue Diskussionsthemen. Was sie alle miteinander verband: Fast immer ging es irgendwann auch um die Frage des Geldes – und damit um die Frage, was finanziell möglich und verantwortbar ist“, so Walter Reisinger
Als Kreiskämmerer war er über viele Jahre der „Hüter der Kreisfinanzen“. Eine Aufgabe, die nicht immer einfach war und bei der es manchmal auch Mut brauchte, den Finger zu heben und auf Grenzen hinzuweisen. Landrat Albert Gürtner brachte es bei der Verabschiedung mit einem Augenzwinkern auf den Punkt: „Der wichtigste Körperteil eines Kämmerers ist der hochgehaltene Zeigefinger.“
Dass dieser Zeigefinger seinen festen Platz hatte, wusste der Landrat stets zu schätzen. Er dankte Walter Reisinger ausdrücklich dafür, dass er die Finanzen des Landkreises über so viele Jahre hinweg stets im Blick behalten und mit großer Verantwortung begleitet hat, dass die Haushaltsplanung stets transparent war und immer ein offener Austausch mit den Gemeinden erfolgte.
Albert Gürtner: „Walter Reisinger hat die Kreisfinanzen über viele Jahre mit großer Umsicht begleitet. Dafür danke ich ihm sehr herzlich. Die Fußstapfen, die er hinterlässt, sind daher sehr groß.“
Walter Reisinger selbst blickt mit gemischten Gefühlen auf den Abschied: „Einerseits freue ich mich auf die neu gewonnene Zeit und darauf, meine Hobbys intensiver genießen zu können. Andererseits fällt der Abschied nach so vielen Jahren natürlich nicht leicht.“
Der Landrat wünschte ihm für den neuen Lebensabschnitt alles Gute und vor allem „die nötige Gelassenheit, um den Ruhestand zu genießen.